Superfood Joghurt

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Quinoa, Amarant, Chiasamen – sogenannte Superfoods sind ja zur Zeit in aller Munde. Meistens handelt es sich hier um Lebensmittel, die bei uns lokal nicht angebaut werden und oft von weiter Ferne importiert werden müssen. Ohne Frage sind diese Nahrungsmittel überaus gesund und total nahrhaft, aber oftmals muss man gar nicht dem neusten Essenstrend folgen, um das beste und gesündeste Essen zu sich zu nehmen. Die lokalen Superfoods haben es oft nämlich auch ziemlich in sich. Wenn man sich einmal genauer mit unseren alltäglichen Nahrungsmitteln beschäftigt, dann kommt schon mal schnell ein „oh“ oder „ah“ über die Lippen.

Heute geht es mir um Joghurt. Kennen wir alle und eigentlich wissen wir auch, dass er gesund ist, besonders wegen der vielen Mikroorganismen, die im Joghurt enthalten sind. Aber was machen diese Mikroorganismen in unserem Körper und wie wirkt sich das auf unsere Gesundheit aus? Ist Joghurt wirklich so Super?

Nun, Joghurt ist ein Sauermilchprodukt. Das bedeutet, dass der Milchzucker (Laktose) in der Milch durch die Anreicherung von Bakterienkulturen zu Milchsäure vergoren wird. Sie gerinnt und wird dadurch dickflüssig. Der Gärungsprozess sorgt dafür, dass Milchsäurebakterien entstehen, und zwar handelt es sich hier um die links- und rechtsdrehenden. Beide Bakterienarten* sind gut für uns, jedoch sind die rechtsdrehenden etwas vorteilhafter, da sie leichter vom Organismus aufgenommen werden können. Die Joghurts, die wir aus dem Supermarkt mit der Bezeichnung „mild“ kennen, sind überwiegend rechtsdrehend. Top.

Milchsäurebakterien sind ziemlich bekannt für ihre gesundheitsfördernden Eigenschaften. Sie erreichen zum Teil den menschlichen Darm lebend und wirken sich dadurch günstig auf die Darmflora aus. Der Darm ist von einer Vielzahl von Bakterien besiedelt, von denen sich einige Arten positiver auf unsere Gesundheit auswirken, als andere. Die „schlechten“ Bakterien unterstützen zum Beispiel die Fäulnisprozesse im Darm. An sich ist das auch notwendig, aber ist das Gleichgewicht zwischen den „guten“ und den „schlechten“ Bakterien gestört, kann es schon mal zu Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall kommen.

Und genau hier kommen unsere Mikroorganismen, die sogenannten Probiotika, ins Spiel. Probiotika kommt aus dem Griechischen und bedeutet „für das Leben“. Diese Mikroorganismen sind natürlicher Bestandteil unserer gesunden Darmflora. Zusätzlich können sie aber auch durch bestimmte Nahrung in den Darm gelangen, sich dort ansiedeln und die vorhandene Darmflora unterstützen – und auf diesem Wege unser Immunsystem stimulieren und stärken. Sie sind in milchsauer vergorenen Lebensmitteln enthalten, und zwar in Dickmilch, Kefir und Joghurt, Sauerkraut, Rote Beete und Salzgurken.

Joghurt ist daher tatsächlich ziemlich super. Hier noch mal auf den Punkt gebracht, was es u.a. alles bewirken kann. Schaut selbst:

Joghurt Vorteile:

  • Heilung und Verbesserung der Darmflora
  • Stimulierung und Stärkung des Immunsystems
  • Sehr nützlich bei Durchfall, Verstopfung oder Magen-Darm-Erkrankungen, insbesondere auch nach der Einnahme von Antibiotika
  • Erhöhung der Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten und Verringerung des Darmkrebs und Brustkrebs Risikos
  • Positive Effekte bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Gute Verträglichkeit bei Laktoseintoleranz

Wer von diesen positiven Effekten profitieren will, sollte regelmäßig, wenn nicht sogar täglich, Joghurt oder andere milchsaure Nahrung, wie Kefir, Dickmilch etc. zu sich nehmen.

Grundsätzlich kann aber jede Art von Joghurt diese positiven Effekte auf unseren Körper haben. Allerdings sollte man sich bei Fruchtjoghurts gleichzeitig auch bewusst sein, dass hier oft viel Zucker und andere Zusatzstoffe enthalten sind. Daher, schnappt euch den nächsten Natur/Bio-Joghurt und geniesst ihn zusammen mit frischem Obst.

Ganz einfach, schnell und lecker ist zum Beispiel der Haferflocken-Tiefkühlbeeren-Joghurt-Mix.

*Babies können übrigens die linksdrehende Kulturen noch nicht so leicht aufnehmen.

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